Tschernobyls radioaktive Wölfe (AT)

Exakt ein Vierteljahrhundert nach dem größten Nuklearunfall der Geschichte regieren Wölfe das radioaktiv verseuchte Niemandsland, die Sperrzone um Tschernobyl zwischen Ukraine, Russland und Weissrussland.

Nach der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 wurden etwa 150 Ortschaften mit mehr als 150.000 Bewohnern evakuiert. Unbehindert durch den Menschen haben sich seither in der Zone zahlreiche Wildtierarten angesiedelt. An der Spitze des Ökosystems in dieser neuen Wildnis steht der Wolf. Vor dem Reaktorunfall gab es in der intensiv landwirtschaftlich genutzten Kulturlandschaft an den Ufern des Pripyatflusses kaum Wölfe.

Wölfe von Tschernobyl

Wölfe von Tschernobyl

Wölfe von Tschernobyl

Die Wolfexperten Christoph und Barbara Promberger

Barbara Promberger

Die Wolfexperten Christoph und Barbara Promberger

Kameramann Hubert Doppler beim Dreh mit Prombergers

Besenderung und Untersuchung eines Wolfes

Besenderung und Untersuchung eines Wolfes

Prombergers bei der Besenderung eines Wolfes

Eisstoß am Pripyatfluss

Regisseur Klaus Feichtenberger

Kamera: Helmut Doppler; Ton: Andreas Hagemann

Wolfexperten Barbara und Christoph Promberger

Wolfexperten Christoph Promberger und Vadim Siderowitsch

Winter in Tschernobyl

Regisseur Klaus Feichtenberger beim Winterdreh

Kameramann Igor Bischnew

Kameramann Igor Bischnew bei Wolfriss

Kameramann Igor Bischnew im Helikopter

Landschaft

Verlassenes Bauernhaus in der Sperrzone

Kameramann Igor Bischnew

Bisons in der Sperrzone

Kameramann Igor Bischnew

Wölfe von Tschernobyl
Die Wolfexperten Christoph und Barbara Promberger
Prombergers bei der Besenderung eines Wolfes
Winter in Tschernobyl

Mittlerweile soll hier die größte und dichteste Wolfspopulation Europas leben - vielleicht sogar die dichteste der Welt. Der prominente deutsche Wolfexperte Christoph Promberger, mit entsprechenden Studien weltweit bestens vertraut, war bei seinem ersten Besuch in der Zone erstaunt über die offensichtlich massive Präsenz der Wölfe, die hier ideale Lebensbedingungen haben.

Sofort drängten sich ihm die unterschiedlichsten Fragen auf: Wie viele Wölfe gibt es in dem Gebiet wirklich? Sind es allesamt Zuwanderer? Vermehrt sich die Population von selbst? Ist sie gesund und stabil? Wandern mittlerweile womöglich sogar Wölfe aus Tschernobyl in andere Gebiete aus? Wie kommen die Tiere mit der Radioaktivität zurecht? Wiegt die Abwesenheit des Menschen die radioaktive Verseuchung auf?

Christoph Promberger und seine Frau Barbara erhielten von den weissrussischen und ukrainischen Behörden die Erlaubnis, ein Forschungsprojekt in Gang zu setzen, das diese Fragen beantworten soll. Ein Filmteam begleitet die beiden im Auftrag von ORF, NDR, BBC und WNET. Die Prombergers fangen und besendern die ersten Wölfe in der Zone, um Fakten über ihr Territorial- und Migrationsverhalten, den Grad der Verstrahlung und den Gesundheitszustand zu sammeln.

Die Wissenschaftler und das Filmteam um den vielfach preisgekrönten Regisseur Klaus Feichtenberger bauen gleichermaßen auf die enge Zusammenarbeit mit dem weissrussischen Zoologen und Fotografen Igor Bischnew, der seit Jahren in der Zone arbeitet, das Gebiet und seine wilden Bewohner mittlerweile besser kennt als jeder andere und dem Film eine Innenperspektive liefert.

Während der Dreharbeiten entsteht eine kollegiale Partnerschaft zwischen den Prombergers und dem Doyen der weissrussischen Raubtierforschung, Vadim Siderowitsch, Professor an der Akademie der Wissenschaften in Minsk, der in anderen Gebieten des Landes seit einem Jahrzehnt Wolfspopulationen dokumentiert und über eine Fülle wertvoller Vergleichsdaten verfügt. Unter seiner Führung übernimmt ein weissrussisches Forscherteam das von den Prombergers initiierte Tschernobyl-Wolfsprojekt.

Aus der Sicht der Wölfe von Tschernobyl wird dem Zuseher ein 360-Grad-Schwenk über das mittlerweile wohl wildeste Gebiet Europas geboten, das Promberger als das größte Freiluft-Experimentallabor der Welt bezeichnet. Ist Tschernobyl ein Fenster in eine Vergangenheit vor dem Menschen? Oder in eine Zukunft nach dem Kollaps unserer Zivilisation?

Der Film soll weltweit 2011 am 25. Jahrestag der Tschernobyl-Katastrophe ausgestrahlt werden.

 

Daten und Fakten zur Produktion

Produktion: epoFilm & OTTONIA Media GmbH
Format: HD
Länge: 52 min
Regie: Klaus Feichtenberger
Kamera: Igor Bischnew und Hubert Doppler
Ton: Andreas Hagemann
Sendetermin: 26. April 2011 (geplant), ORF/BBC/NDR/WNET